c2w-Weltreise: “true love always comes back”

Zehn Monate sind vergangen und ich bin wieder am Ausgangspunkt meiner Reise angekommen: zurück im geliebten Leh, zurück zu den Anfangsbekanntschaften, die ich allesamt wieder hier antreffe, zurück im indischen Himalaya, den ich aus unerfindlichen Gründen so viel lieber als den nepalesischen mag, aber vor allem zurück zu meinem ersten Freund der Reise…

Alles auf Anfang…

Zuvor verbrachte ich jedoch drei Tage im wunderschönen Kashmir, von dem ich schon seit Monaten träumte. Mit dem Bus gings von Mc Leod Ganj nach Jammu, wo ich mich mit einem Holländer und zwei Belgiern für die äußerst anstrengende aber auch lustige Busreise nach Srinagar zusammentat. 15 Stunden zwängten wir uns in den viel zu engen und vollgestopften Bus aneinander – an Schlaf war nicht zu denken, das machte aber nichts, es gab genug Ablenkung durch die allesamt indischen Mitfahrer.

Am Boot…

Ganz klassisch checkten wir in Srinagar in einem Hausboot auf dem atemberaubenden Dal Lake ein. Da wir zu viert waren und eine günstigere Alternative in etwas versteckterer Lage fanden, wurde auch dieses must-do in Kashmir leistbar. Gratis zum Hausboot hatten wir eine kleine Shikara (Boot) zur freien Verfügung und so unternahmen wir gleich bei Ankunft eine abenteuerlustige Bootsfahrt um die Nachbarschaft zu erkunden.

Grandpa Gulmar, wie wir unseren Vermieter liebevoll nannten, kümmerte sich herzlich um uns, bekochte uns und gab ein paar seiner besten Geschichten aus 75 Lebensjahren auf dem See zum Besten. Wir alle schlossen ihn von der ersten Sekunde an in unser Herz und nicht nur ich wünschte ihn mir selbst als Großvater.

 

Sein Sohn Ahmed, nicht weniger hilfsbereit, nahm uns mit in sein Dorf, wo wir den besten Kashmiri-Tee unseres Lebens genossen, bevor wir meinen Bekannten Gulzar, einen Ladakhi, der beruflich gerade in Srinagar war, für eine Tour durch die Altstadt trafen. Wir bestaunten die architektonisch wertvolle Kanga-Moschee, in der laut Sage der Samen des Islam gesät wurde, tranken Tee und beteten danach in der größten Moschee der Region. Zu meinem Glück hatte mir Ahmed kurz zuvor gezeigt, wie ich traditionell meinen Kopf bedecke, so gab ich mir – als Tochter eines muslimischen Türken – keine Blöße :)

 

Wieder in Leh…

Nach zwei schwankenden Nächten auf dem Boot, teilten wir uns einen Jeep nach Leh. 16 Stunden dauerte die kurvenreiche, hohe und holprige Fahrt. Unser Fahrer Iza verließ uns in seiner Heimatstadt Kargil aufgrund von Bauchschmerzen und sein Bruder übernahm von dort. Erst kurz vor Mitternacht erreichten wir endlich Leh, von dem ich seit meiner Abreise vor 10 Monaten träumte. “The first cut is the deepest”, heißt es. “Die erste Liebe vergisst man nie”, heißt es auch. So ging es mir mit Leh. Kaum angekommen, erinnerte ich mich an alles und fand mich gleich zurecht.


Total übermüdet und zum Teil kränkelnd schliefen wir die erste Nacht in einem etwas teureren Hotel. Auch unseren Fahrer nahmen wir ins Zimmer auf, der ansonsten die Nacht im Jeep verbringen hätte müssen, bevor er am nächsten Tag die gleiche Strecke wieder zurückfahren musste. Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war es als wäre die Zeit stehen geblieben, als hätte es die ganze Reise gar nicht gegeben.

Alte Stadt, alter Freund…

Ich lief direkt in meinen Freund Rigzen und schon bei der ersten Umarmung war klar, alles war wie eh und je. Auch meinen damaligen Guide Stanzin traf ich kurz darauf. Ich war erstaunt, wie detailreich sich die Jungs an mich erinnerten, besonders wenn man die Masse an Touristen bedenkt, mit denen sie Tag ein Tag aus zusammenarbeiteten. Zur Krönung vernahm ich Abends dann noch die Stimme meiner Trekking-Bekanntschaft Toby, der nur einen Meter neben mir Getränke bestellte und so war das Anfangsgrüppchen dieser Reise zu meiner Freude wieder komplett vereint in Leh.

 

Wir organisierten eine Trekkingausrüstung für Maarten, einen der Belgier, liefen durch die Stadt, besichtigten einen Tempel und entspannten von der anstrengenden Anreise. Am folgenden Tag ließen wir uns bereits von Rigzen zum Pangong See fahren, auf dem selben Ausflug hatte ich ihn damals kennengelernt. Ich dachte an die LKW’S mit Aufschriften wie “true love always comes back”, die ich letztes Jahr auf dieser Strecke zu Hauf gesehen hatte und schmunzelte, weil es auf mich und diesen Ort zutraf. Wir passierten den dritthöchsten Pass der Welt, Chang La (5360m), und verbrachten die Nacht in einem Homestay am 4500 m hohen See, der zum Teil bis nach Tibet reicht.

10 Tage ohne Dusche…

Kaum zurück vom See organisierten wir einen 10-tägigen Trek zu dritt, da unser holländischer Freund Auke krankheitsbedingt aussetzen muss. Dieses Mal gehe ich ohne Guide, habe ich doch zwei belgische Bodyguards dabei, das ist günstiger und vor allem (abenteuer)lustiger. Obwohl ich hoffte, einen anderen Trek zu machen, musste ich aus Kostengründen einen Kompromiss eingehen. Somit machen wir uns schon morgen auf ins Zanskar Valley, durch das wir 5 Tage marschieren werden, bevor wir Chilling erreichen und von dort einen Teil des mir bereits bekannten Markha-Valley Treks gehen.

Drei Pässe gibt es unterwegs zu bewältigen. 10 Tage gilt es ohne Dusche oder andere Annehmlichkeiten auszukommen. Zig Kilometer sind zurückzulegen, atemberaubende Sternenhimmel zu bestaunen, zahlreiche Familien zu treffen, Yaks zu reiten (Scherz) und Berge zu genießen. Ich schreibe euch, während die Jungs noch letzte Kleinigkeiten (wie zB eine Karte *g*) organisieren und dann gehts auch schon ans Packen.

Wie es mir dieses Mal auf der Höhe geht lest ihr nächste Woche.
Bis dahin all se best nach Haus,

Eure hingerissene Marita